Samstag, 23. Juni 2018

Tag 6 Finnmark wir kommen

Nach der Party ist vor der P... ääh ...vor der neuen Strecke.
Es war eher bedeckt und wir waren froh, dass wir das schöne Wetter gestern genutzt hatten.


Der erste Weg führte uns in den Supermarkt um etwas gegen das Katzenvieh auf dem Kopf zu machen...
Nee Spass! Wir waren zwar etwas geschlaucht aber wir sind ja auch keine 18 mehr...die Dosen sehen einfach zu cool aus und mussten deswegen mit...


Aber Kaffee musste für den Herrn des Autos einfach sein.
Elvis schmollt auch immer noch wegen des Stinkefischs... oder was soll das werden? Ich werde wohl mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden müssen ;-)


Aber nun zu unserem Highlight!!!
Vor einem Jahr auf der Hurtigruten Tour auf dem denkmalgeschützten Schiff "Loften" hatte ich (Susanne) mich total in den dort ausgestellten Marmælen verguckt...
Ein Marmælen ist der gute Geist der nordwegischen Fischer. Holt man dieses Mischung aus Fisch und Männchen mit dem Fang an Bord sollte man ihn gut behandeln, in einen warmen Strumpf (oder ähnliches) hüllen und seinem Rat gut zuhören, um ihn dann wieder in die Freiheit des Meeres zu entlassen. So bringt er Glück und Gesundheit für den Fischer und seine Familie.
Leider konnte uns niemand sagen, wo wir denn so ein Kerlchen bekommen könnten...
Tja, aber Hnnerk hat es nicht vergessen und nun über ein Jahr geforscht und recherchiert und tadaaaa darf ich vorstellen: Arthur der Vater unseres neuen Familiezuwachses!!!!
Er ist sooooooo ein toller Mensch
Ich hätte ihn knutschen können!!!!


Unser Marmælen...
Ich bin völlig verliebt!!!


Falls ihr unsere Tour auch mittrackt habt ihr euch sichlich schon über dieses hin und hergefahre gewundert, oder?
Jetzt wisst ihr warum :-)


Wir hätten Stunden bei Arthur bleiben mögen, aber wir mussten ja zurück auf die Piste...


Vorbei an diesem Prachtstück...


:-) Imposant, oder?


Nach laaaangen Stunden waren wir dann auch in Tromsø und konnten es nicht lassen an der Eismeer-Kathedrale ein Foto zu schießen.
Leider war sie geschlossen wegen einer Konzert-Probe...


Kong Gustaf hat sich natürlich auch mit aufs Bild geschlichen...


So fertig wie wir auf den Bildern aussehen waren wir auch... und so haben wir beschlossen dass es für das Klima im Auto gut ist, wenn wir nicht mehr sooo lange fahren und dann ein Nachtlager suchen...
Tja, aber dann lief es sehr gut und wir machten doch noch Strecke, so dass wir um 1 (!!) Uhr in der Frühe (oder Späte?) dann hier bei Rotsund am Lyngen Fjord landeten und den Grill fürs Abendessen (!) anschmissen...
*lach*


Um es kurz zu machen... wir haben geschlafen wie Tote...
Diese Ralley verlangt echt viel von einem ab!

Freitag, 22. Juni 2018

Tag 5 - Mittsommernacht auf den Lofoten

Morgens um acht Uhr schwappten wir mit ca. 200 andern Fahrzeugen - davon die gute Hälfte Rallye-Boliden - von der Fähre in Moskens auf Moskenesøy, der ersten größeren Insel im Süden der Lofoten
Die Nacht war kurz: wir waren erst um halb vier auf der Fähre und haben es uns auf den gepolsterten Bänken der Kantine "gemütlich" gemacht - genau wie alle anderen, die keinen Platz mehr in den flugzeugähnlichen Liegestühlen bekommen hatten (wir waren eines der letzten 10 Fahrzeuge >>> s.o.).
Norwegen ist ja an sich schon wunderschön und die Landschaft vorwiegend atemberaubend,  aber die Lofoten legen noch einmal eine Schippe drauf! Tiefhängende Wolkenbänder verhüllen die 600 bis über 1.000 Meter aus dem Meer herausragenden Felswände, die wie schroffe, dunkelgraue Flachsteine aussehen, die ein Riese hochkannt aneinander gereit ins Polarmeer gesteckt hat. Dann ein kleiner Regenschauer, auf einmal reißen die Wolken auf, werden vom Wind scheinbar auseinander geschoben und die Sonne entfaltet für ein paar Minuten ihre Kraft und die satt grünen Hänge leuchten hell auf. Ein neuer Schauer - Regenbogen. Rechts von der Straße, die sich um die Felswände von Ort zu Ort schlängelt, schlagen Wellen gegen die Felsen und Gischt liegt in der Luft. Manchmal weiß man nicht, wo Gischt aufhört und Wolken beginnen.


Nach erster Orientierung steuerten wir den ersten Campingplatz an: Duschen, Frühstücken, Frischwasser bunkern. 


Frisch gemacht und gestärkt fuhren wir in Richtung Svolvær...wir hatten noch etwas vor, bevor wir das Camp für die Rallye-Mittsommernachts-Party ansteuerten.


Dabei nutzten wir die Chance die Eindrücke der ursprünglichen Landschaft auf uns wirken zu lassen.



In Cod we trust!


Buchten mit Sandstränden mit Karibikflair...



Ich mach das mal kurz fest...



Auf der Suche nach einer sehr speziellen Sache fuhren wir nach Nordosten. Noch weiter als Svolvær. Auch wenn die Lofoten 'nur' eine Inselgruppe ist, so sollte man nicht die Dimensionen unterschätzen: gute 200 km Nord-Süd-Erstreckung...
Wir waren auf der Suche. Auf der Suche nach Arthur. Wir hatten im Internet tatsächlich eine Telefonnummer gefunden, wussten jedoch nicht,  ob er noch dort war oder sogar noch lebt. Der letzte Eintrag datierte auf 2015 und den Bildern zu Folge war er ein lebenserfahrener, älterer Mann. 'Hallo Arthur here' meldete er sich, als wir in anriefen. 'Yes', er sei der, den wir suchen und 'yes', wir sind willkommen ihn zu besuchen, allerdings sei es gerade schlecht, da er jemanden von den Medien da hätte. Wir waren nachmittags verabredet. Im Eingang zum Dorf grasten Kühe links der Straße zum Hang und rechts zwischen Sträuchern und kleinen Bäumen am Strand - und standen auf der Straße - herzlich wenig durch uns beeindruckt. 


Dann ging es am Ende der Ortschaft nach rechts in eine kleine Allee von mittelalten Birken und auf einen Hof. Wir hatten es gefunden Arthur's Tresmia, was soviel wie "Arthurs Holzverarbeitung" heißt, gefunden. Nach einer Stunde war klar: er wird es tun. Wir sollen morgen vorbei kommen, dann sei es fertig. Er setzt sich noch heute Abend ran - 'was weg ist, ist weg!'


Dann geht es zurück nach Süden...


...und zur Mittsommer-Party. Wir waren etwas später als die meisten im Camp. Die Grills liefen schon und die aus Hamburg von jedem Team zu transportierenden Bierkästen...


Wir suchten uns einen Platz, bauten unser Sonnensegel auf und warfen den Lachs, den wir uns vorher in Svolvær besorgt hatten, auf das Holzkohlefeuer.


Später am Abend wurde ein großes Feuer am Strand geschürt und ein Bad im Polarmeer genommen...zusammen mit guten 100 anderen Rallyeteammitgliedern.

Anschließend nur so viel: das Bier war noch vor Mitternacht leer, es wurde sämtlicher Müll am kommenden Morgen ordentlich entsorgt und unser Volvo ist auch wieder um zwei Flaschen Weißwein leichter. 


Donnerstag, 21. Juni 2018

Tag 4 - Was bitte geht denn hier ab?

Manchmal gibt es solche Tage: Tage, die man so schnell nicht vergisst.

Aber der Reihe nach....
Nach der wieder mal eher kurzen Nacht ging es an einem regnerischen Morgen gut gestärkt um kurz vor 9 Uhr ab in Richtung Bodø. 




Im kleinen schwedischen Ort Slussfors fanden wir eine kleine Esso-Museumstankstelle aus den 1960ern. Der Betreiber hat neben einem Esso-Motel natürlich auch noch fünf bis sechs alte Autos auf dem Grundstück stehen, die alle schon Moos und Grünspan angesetzt hatten - das gleiche Bild wie in jedem schwedischen Dörfchen.


Nach einem Tankstopp an der modernen Variante um die Ecke, widmeten wir uns der Tagesaufgabe: eine Dose Surströmming (in der Dose fermentierter Hering, der BESTIALISCH stinkt) offen 200 km im Auto transportieren - einfach nur lecker!
Natürlich wird Sicherheit bei uns groß geschrieben, so dass selbstverständlich mit der notwendigen Schutzkleidung gearbeitet wurde.



Selbst Elvis wurde es ein bisschen zu viel, so dass er erstmal den Michael Jackson gemacht hat.



Nachdem wir durch das Vindelfjällens Naturreservat gefahren sind, ging es bei Kåtaviken über die völlig unspektakuläre und unbemannte schwedisch-norwegische Grenze - also schnell den Gastlandsflaggenwechsel durchgeführt... 



...und zack, um die nächste Kurve gebogen, haben gleich die ersten fünf Rentiere direkt am Straßenrand getroffen. Während der laufende Verkehr die Tiere nicht sonderlich zu interessieren schien, waren sie allerdings sehr scheu, sobald wir den Volvo verliessen.



Auf der E12 nahmen wir Kurs auf Mo I Rana, von wo aus wir uns entschieden hatten nicht der E6 zu folgen, sondern die Küstenstrasse E17 zu nutzen. Eine etwas längere, aber verheissungsvollere Strecke. Wir sollten nicht enttäuscht werden!
Der Ausblick auf den Trænfjord und die Schäreninseln des Nordmeers sind einfach unglaublich beeindruckend! 


Leider verpassten wir eine der zwei Fähren auf der Strecke nach Bodø um 10 Minuten, so dass wir weitere 2 Stunden am Fähranleger warten mussten.



Dafür wurden wir auf der ca. 45-minütigen Überfahrt durch spektakuläre Lichtverhältnisse belohnt.




...und überquerten nunmehrzum dritten Mal den nördlichen Polarkreis per Schiff zwischen Kiboghamn und Jektvik.



Wir hatten es ehrlich gesagt gar nicht auf der Pfanne (da wir dachten, man könne dieses Naturschauspiel nur durch eine Expedition aus Mo I Rana heraus erleben), als wir aus einem der vielen kleinen Tunnel auf der Strecke heraus fuhren und sich vor uns der Svartisengletscher ausbreitete. Nicht auszudenken, wie er vor Jahren gewirkt haben muss, als noch größer war - man kann das Ausmaß anhand des Gerölls der Stirnmoräne erahnen. Trotz des grauen Wetters konnte man das majestätisch glänzende Gletscherblau erkennen. Wir standen alleine um 23:30 auf einem ca. 2000 Meter entfernten Aussichtspunkt und waren wirklich schwer beeindruckt...





Und um das alles noch zu toppen begegneten uns südlich von Bodø drei Elche in freier Wildbahn, die in den frühen Morgenstunden in den feuchten Wiesen standen und fraßen.







Bevor wir uns in die Warteschlange für die Fähre auf die Lofoten angestellt haben, sind wir noch schnell am Saltstraumen Malstrom, einem der kräftigsten Gezeitenströme der Welt vorbei und waren ganz alleine (um 2 Uhr nachts) an dieser sonst von Touristen stark frequentierten Attraktion. Es war zwar nicht stärkste Ausprägung, da wir zwischen den Gezeiten vor Ort waren, aber immer noch sehr imposant. 



Mit ganz viel Glück (wir waren unter den letzten 10 Fahrzeugen) sind wir noch an Bord der 3-Uhr-Fähre gekommen und freuen uns nun auf einen vollen Tag auf den Lofoten...wo wir neben dem Naturschauspiel und der Rallye-Party noch in geheimer Mission unterwegs sein werden...aber dazu später mehr ;-)

Dienstag, 19. Juni 2018

Tag 3: rolling, rolling, rolling...

Unsre Nacht am Vänern war wirklich erholsam und wir haben uns entschieden etwas "Druck" raus zu nehmen...
Es ist ja einfach so, dass man jeden Tag Strecke machen MUSS...
ABER wir haben beschlossen uns morgens nicht mehr stressen zu lassen und wenigstens in Ruhe zu frühstücken...
Rührei mit Speck und Tomaten für mich und der Herr ohne Gemüse dafür mit Hollondaise Sosse *kicher*




Die Übernachtung wurde uns dann auch noch geschenkt (!!) Und so fuhren wir guten Mutes nach Mora.
Hier konnten wir die "Gummimellanlägg" besorgen und in einer freunlichen Volvo Werkstatt haben äääh hat Hinnerk diese eingebaut.


Nun sind unsere hinteren Stossfedern deutlich härter und wir haben insg 5(!!!) cm an Bodenfreiheit gewonnen.


Das werden wir spätestens im Baltikum brauchen!
Dann hiess es Strecke machen!


Mind 700km mussten es werden, denn morgen sollten wir in Bodø Norwegen sein... uff


Nach gut 650km Tages "Werk" sind wir dann in Östersund in einen Supermarkt, denn heute wollten wir endlich auch grillen!
Dann noch läppische 130km bei 90km/h und wir hatten unser Vorgabe um gute 89km übertroffen und einen Schlafplatz gefunden :-)





Schön am See mit VIIIELEN Stechfliegen aber dafür auch netten anderen Teams.
Um 0.30 Uhr ging es dann bei taghellem Licht ins Bett... aus Vernunftsgründen - ich war komischerweise nicht wirklich müde..Hinnerk schon... verständlich...

Ganz liebe Grüße
Susanne

Ps: mein pers Highlight war ja, dass wir 2(!!) Füchse in freier Wildbahn gesehen haben! Zuuuu schön! Leider bin jedes Mal ich gefahren und Hinnerk war zu langsam mit der Kamera... tssssss

PPS: Hier nochmal der tracker :-) da könnt ihr immer aktuell sehen wo wir gerade sind...
http://www.sac-track.com/#!/bsc-18